Tierschutz Harsewinkel e.V. freut sich über Kooperation mit der Außenwerkstatt der Gesamtschule – Sponsoren oder Transporter gesucht!

Auto gesucht: Vertreter des Tierschutz Harsewinkel und der Außenwerkstatt freuen sich über das neue Kooperationsprojekt (Foto: Gabriele Grund).

Was sich derzeit zwischen dem neu gegründeten Verein Tierschutz Harsewinkel und der Außenwerkstatt der Gesamtschule Harsewinkel entwickelt, ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie lokales Engagement, soziale Verantwortung und praktische Unterstützung ineinandergreifen können. Erst im Januar hat sich der gemeinnützige Verein Tierschutz Harsewinkel mit viel Idealismus, Engagement und einem klaren Fokus auf konkrete Hilfe für bedürftige Haustierbesitzer vor Ort gegründet. Doch wie so oft in der Anfangsphase eines jungen Vereins zeigte sich schnell: Gute Ideen allein reichen nicht aus, wenn es an grundlegender Infrastruktur fehlt. Besonders deutlich wurde dies beim Thema Mobilität. Um Einsätze koordinieren, Sachspenden transportieren oder Tierhalter unterstützen zu können, ist ein geeignetes Fahrzeug unverzichtbar. Doch die finanziellen Mittel, um eine solche Anschaffung kurzfristig zu stemmen, sind bislang noch begrenzt. Spenden müssen sich erst entwickeln, Strukturen wachsen. Der Bedarf hingegen ist längst vorhanden.

Ein besonderer Schwerpunkt des Tierschutz Harsewinkel e.V. liegt auf der schnellen, unbürokratischen Hilfe. Nicht nur für Tiere, sondern ausdrücklich auch für Menschen mit Haustieren in schwierigen Lebenslagen. Der Verein versteht sich hier bewusst als sozialer Ansprechpartner. So gehören die Tiertafel Harsewinkel sowie das geplante Tiertafel-Café fest zum Konzept. Sie sollen Anlaufstellen sein, die Unterstützung bieten und gleichzeitig Begegnung ermöglichen. Und genau hier nimmt das Projekt nun Gestalt an, denn gemeinnützige Tierschutz Harsewinkel ist aktuell auf der Suche nach einem Fahrzeug, das sich in einem insgesamt guten Zustand befindet. Wer ein passendes Fahrzeug zur Verfügung stellen kann, wird gebeten, sich direkt zu melden: Ansprechpartnerin ist die zweite Vorsitzende Gabriele Grund, erreichbar unter der Telefonnummer 0151-18 666 755.

Die Verantwortlichen des Vereins wandten sich deshalb mit ihrem Anliegen an die Außenwerkstatt der Gesamtschule Harsewinkel. Und stießen dort auf offene Ohren. Nach sorgfältiger Prüfung sagte die Einrichtung ihre Unterstützung zu. Eine Entscheidung, die nicht nur praktische Hilfe bedeutet, sondern auch ein starkes Zeichen für gelebte Gemeinschaft ist.

Kleinere Mängel oder Defekte stellen dabei kein Hindernis dar. Im Gegenteil, denn diese sollen gezielt durch die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit den erfahrenen Handwerksrentnern der Außenwerkstatt behoben werden. Ziel ist es, das Fahrzeug technisch so aufzubereiten, dass am Ende eine erfolgreiche TÜV-Abnahme möglich ist.  „Allerdings sollte es nicht der letzte Schrott sein, denn das Fahrzeug soll ja zuverlässig im Alltag genutzt werden“, betont Alfred Lendzian als Leiter der Außenwerkstatt. Gesucht werden insbesondere Kombis, kleinere Transporter oder Limousinen mit großzügigem Kofferraum. Fahrzeuge also, die sich für Transportaufgaben und flexible Einsätze im Tierschutz eignen. Angesprochen sind sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen, die ein entsprechendes Fahrzeug abzugeben haben. Auf Wunsch können die Namen der Unterstützer sichtbar am Fahrzeug angebracht werden. Damit wird das Auto ein rollendes Zeichen des Engagements, das die Hilfe im Alltag öffentlich sichtbar macht.

Für die Außenwerkstatt bedeutet dieses Vorhaben zugleich ein ideales Praxisprojekt. Die Jugendlichen arbeiten unter realen Bedingungen, analysieren technische Defizite, planen Reparaturschritte und setzen diese gemeinsam mit den erfahrenen Ruheständlern um. Aktuell engagieren sich rund zehn Handwerksrentner in verschiedenen handwerklichen Bereichen in der Anleitung. Sie bringen jahrzehntelange Berufserfahrung ein und sorgen geduldig, praxisnah und mit einem Blick für die individuellen Stärken der Jugendlichen dafür, dass handwerkliche Qualität und pädagogischer Anspruch Hand in Hand gehen. Dass dieses Modell funktioniert, zeigt die Entwicklung der Außenwerkstatt seit Jahren: Als generationsübergreifendes Lernprojekt verbindet sie schulische Bildung mit praktischer Arbeit und ermöglicht Jugendlichen wertvolle Einblicke in berufliche Abläufe. Gerade für Jugendliche, denen der Einstieg ins Berufsleben schwerer fallen könnte, eröffnet die Werkstatt neue Perspektiven. In Form von Langzeitpraktika erleben sie reale Arbeitsabläufe, entdecken eigene Fähigkeiten und gewinnen Selbstvertrauen im Umgang mit handwerklichen Aufgaben. Die Gründung der Außenwerkstatt reicht zurück bis ins Jahr 2008. Damals wurde die Einrichtung als innovative Idee ins Leben gerufen und seitdem mehrfach prämiert, unteranderem mit dem Deutschen Schulpreis.  Als sogenanntes Generationsprojekt verbindet sie gezielt „Jung und Alt im Unterricht“ und schafft damit eine Brücke zwischen Schule und Berufswelt. In kleinen Gruppen sammeln Schülerinnen und Schüler hier praktische Erfahrungen in Bereichen wie Metall- und Holzverarbeitung, Elektrotechnik, Motoren- und Fahrradtechnik, aber auch in Logistik und Gartenbau. Die Kooperation mit dem Tierschutz ist deshalb eine schöne Ergänzung der Aufgabenfelder.

Beim Tierschutz Harsewinkel ist die Dankbarkeit entsprechend groß. Die Aktiven sprechen von einem „entscheidenden Impuls“ in einer Phase, in der jeder Fortschritt zählt. Besonders hervorgehoben wird die konstruktive und unbürokratische Herangehensweise aller Beteiligten. „Wir freuen uns riesig über diese neue Kooperation“, betonen Reinhold Mann als erster Vorsitzender und Thomas Steffek als Kassierer des Tierschutz Harsewinkel. Rita Rinklake als Leiterin des Tiertafel-Cafe, das jeden dritten Monat im Kulturort Wilhalm stattfindet, bedankte sich mit einer großen Torte bei den Handwerksrentnern. Die Unterstützung komme genau zum richtigen Zeitpunkt und eröffne neue Handlungsspielräume für die noch junge Organisation.

 

(Bild- und Textquelle: Gabriele Grund)