
Im Harsewinkeler Emstalstadion stand am Samstag alles im Zeichen gezielter Nachwuchsförderung im Motorradsport. Beim deutschlandweit ersten Nachwuchs-Trackday nutzten rund 74 junge Fahrerinnen und Fahrer, im Alter zwischen sechs und 18 Jahren, aus Deutschland, den Niederlanden, Belgien und Frankreich die Gelegenheit, unter professionellen Bedingungen an ihrer Technik zu feilen. Eingeladen hatten der ADAC Rallye Club Haltern in Kooperation mit dem ADAC Westfalen. Anders als bei klassischen Trainings stand dabei nicht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sondern eine saubere Fahrtechnik. In kleinen Gruppen trainierten die Nachwuchsfahrer unter Anleitung gezielt Linienwahl, Bremspunkte, Kurvenverhalten und Fahrzeugkontrolle.
Unterstützung gab es dabei mit Adrian Cases und Manuel Cases von der Cases Riders Academy, zwei erfahrene Trainer aus Spanien. Ihre in Murcia ansässige Talentschmiede gilt als eine der führenden Ausbildungsstätten für junge Rennfahrer in Europa. Die Akademie hat sich auf die Ausbildung junger Rennfahrer spezialisiert und begleitet Talente teilweise schon ab dem Vorschulalter auf ihrem Weg in den internationalen Rennsport. Die Trainer verfügen über langjährige Erfahrung in der Nachwuchsentwicklung und begleiteten bereits Talente auf ihrem Weg in internationale Rennserien bis hin zu Moto3, Moto2 und MotoGP.
Der Trainingsbetrieb im Emstalstadion lief am Samstag durchgehend bis in den späten Nachmittag. Bereits am Freitag waren zahlreiche Familien angereist, um sich mit Strecke und Bedingungen vertraut zu machen. Die Einteilung nach Leistungsstandards war die Basis für einen reibungslosen Ablauf und ein hohes Sicherheitsniveau. „Der leistungsorientierte Nachwuchs-Trackday für junge Rennfahrer von sechs bis 14 Jahren ist in dieser Form der Jugendförderung in Deutschland einmalig“, betonte Marco Kroll, Vorstandsmitglied und Gründer der Minibiker-Gruppe im rund 300 Mitglieder starken Rallye Club Haltern.
Die Organisation einer solchen Veranstaltung sei jedoch anspruchsvoll. Neben logistischem Aufwand spielten behördliche Auflagen, Emissionsschutzvorgaben sowie finanzielle Aspekte und Sponsoring eine entscheidende Rolle. Für den Trackday wurde daher die Kartbahn des MSC Harsewinkel angemietet. Rund 20 Nachwuchsfahrer aus Haltern sowie weitere 15 Kinder vom Fahrsicherheitszentrum Westfalen gingen unter anderem an den Start.
Auf die spanischen Trainer wurde über persönliche Kontakte aufmerksam. „In Spanien ist Motorradsport eine Art Volkssport. Die Nachwuchsförderung ist dort auf einem ganz anderen Level“, erklärten Marco Kroll und Daniel Steege. Kinder würden dort teilweise schon im Kleinkindalter mit dem Motorrad vertraut gemacht. Neben fahrtechnischen Fortschritten stand auch die Persönlichkeitsentwicklung im Mittelpunkt.
„Die Kinder lernen nicht nur den Teamgedanken, sondern auch, Fahrsituationen richtig einzuschätzen, Geschwindigkeiten zu kontrollieren und Gefahren frühzeitig zu erkennen. Eine bessere Prävention gibt es nicht“, so Kroll. Zwischen den Trainingsrunden blieb zudem ausreichend Zeit für Austausch und Fachgespräche. Fahrer, Trainer und Eltern nutzten die Gelegenheit, Erfahrungen zu teilen und Kontakte zu knüpfen.
(Bild- und Textquelle: Gabriele Grund)




























Das was? Na, das Spöggsken!