
Zum Auftakt der neuen Runde der Marienfelder Klostergespräche trafen im Bürgerhaus an der Klosterstraße fast fünfzig Interessierte auf Dr. Rolf Stieber. Er war u.a. 25 Jahre als Gefängnisseelsorger in Werl tätig und hat über seine Erfahrung das literarische Sachbuch „Lebenslänglich. Begegnungen auf Seelenhöhe“ geschrieben.
Äußerst anschaulich und spannend referierte Stieber zu seinen Erlebnissen mit den unterschiedlichsten Charakteren in der Vollzugsanstalt. „Tausend Männer befinden sich dort im Strafvollzug, davon 140 in Sicherungsverwahrung“, erzählte er.
Aus seinen Begegnungen griff der gebürtige Versmolder Szenen, selbstverständlich anonymisiert, heraus, die mit größter Aufmerksamkeit aufgenommen wurden. So wusste Stieber von einer Leserin seines Buches, dass sie nicht mehr als eine Geschichte daraus am Tag „verknusen“ könne.
Diese Begegnungen handeln von Süchten, Trieben, Traumata, Wahnvorstellungen, Gewalt sowie Depressionen aber auch von tiefen Vertrauen spendenden Erzählungen. „Dabei ist die Seelsorge ein Kampf“, erklärte der Theologe. Es seien meistens lange, kurvenreiche Wege zum Austausch mit einem Mann, der hier seinen Vollzug absitzt. Diese Pfade seien häufig auch noch mit Hindernissen wie Sprachverständigung und Rassismus gepflastert. „Alle in dem Strafvollzug blicken auf das bis dahin meist nicht gelungene Leben zurück.“ Umso mehr ermunterte auch den Seelsorger jedes Gespräch, das einen kleinen oder großen Schritt in eine neue Zukunft anbahnte.
Das nächste Marienfelder Klostergespräch am 10. November ist mit dem Thema „Einsamkeit im Alter“ überschrieben.
(Bild- und Textquelle: Marienfelder Klostergespräche)





























Das was? Na, das Spöggsken!