Bewerbertag „Newcomers Day“ bei CLAAS in Harsewinkel war ein voller Erfolg!

Fachkräfte von morgen im Fokus: Zur spielerischen Unterhaltung konnten die jungen Besucher in den Ausbildungswerkstätten einen Knickmähdrescher mit Leuchtdioden montieren (Foto: Gabriele Grund).

Schon weit vor dem offiziellen Beginn hatte sich am Samstagmorgen vor Tor 1 des Landmaschinenherstellers Claas eine lange Besucherschlange gebildet. Jugendliche mit ihren Eltern, Lehrkräfte und viele neugierige Schülerinnen und Schüler warteten geduldig auf Einlass zum 4. Newcomers’ Day.

Was vor einigen Jahren noch vergleichsweise klein begonnen hatte, hatte sich inzwischen zu einer beliebten Ausbildungsbörse in der Region entwickelt. Waren zum Auftakt der Veranstaltung einst rund 200 Besucher gekommen, zählte der Landtechnikhersteller im vergangenen Jahr bereits etwa 800 Gäste. Angesichts der langen Warteschlangen und des großen Interesses dürfte diese Zahl am Samstag noch einmal deutlich übertroffen worden sein. Entsprechend zufrieden zeigte sich Stephan Hansmersmann, technischer Ausbildungsleiter bei Claas. „Es ist schön zu sehen, dass das Interesse so groß ist. Das zeigt uns, dass wir als Ausbildungsbetrieb interessant sind“, erklärte er zum Start des Aktionstages. Der Landmaschinenhersteller stellte dabei nicht nur seine Ausbildungsangebote vor, sondern präsentierte sich zugleich als moderner Arbeitgeber mit langfristigen Perspektiven. Start der Bewerbungsphase für Ausbildungsplätze und duale Studiengänge im August 2027 ist am 1. Juni 2026.

Vier Stunden lang öffnete Claas die Türen seines Stammsitzes in Harsewinkel und bot Schülerinnen und Schülern aller Schulformen einen umfassenden Einblick in die Welt der Ausbildung und des dualen Studiums.

Dabei richtete sich der „Newcomers’ Day“ ausdrücklich an Jugendliche, die konkret über eine Bewerbung für das Ausbildungsjahr 2027 nachdenken aber auch an junge Besucher, die sich zunächst orientieren oder verschiedene Berufsfelder kennenlernen wollten. Im Mittelpunkt standen dabei die vielfältigen Ausbildungsangebote des Familienunternehmens. Im kaufmännischen Bereich informierte das Unternehmen über die Ausbildung zum Industriekaufmann beziehungsweise zur Industriekauffrau, zur Fachinformatikerin beziehungsweise zum Fachinformatiker für Systemintegration, zum Kaufmann beziehungsweise zur Kauffrau für Groß- und Außenhandelsmanagement sowie zur Fachkraft für Lagerlogistik. Dabei standen insbesondere moderne Arbeitsabläufe, internationale Geschäftsbeziehungen und digitale Prozesse im Mittelpunkt. In den technischen Ausbildungsberufen wurden die Ausbildungen zum Industriemechaniker, Mechatroniker, Konstruktionsmechaniker, Zerspanungsmechaniker, Land- und Baumaschinenmechatroniker sowie zur Fachkraft für Metalltechnik präsentiert. Besonders authentisch wurde die Veranstaltung durch die Auszubildenden und dual Studierenden selbst. Sie berichteten aus erster Hand über ihren Alltag im Unternehmen, beantworteten Fragen und gaben Tipps rund um Bewerbung und Berufsstart.

Um möglichst praxisnahe Einblicke zu ermöglichen, hatte ein Team aus Auszubildenden und Ausbildungsbegleitern in der Ausbildungswerkstatt einen abwechslungsreichen Mitmach-Parcours vorbereitet. Dort konnten die Jugendlichen nicht nur zuschauen, sondern selbst aktiv werden und erste praktische Erfahrungen sammeln. „Wir können hier in der Ausbildungswerkstatt deutlich mehr Ausbildungsberufsbilder abbilden, als beispielsweise auf einer Ausbildungsmesse, wo wir nur mit einem Stand vertreten sind“, erläuterte Hansmersmann. Und genau diese Praxisnähe machte den besonderen Reiz der Veranstaltung aus. So durften die jungen Besucher unter anderem kleine Knickmähdrescher mit Leuchtdioden herstellen, Grillzangen per Lasergravur mit ihrem eigenen Namen beschriften, Erinnerungsplaketten fräsen oder passend zum bevorstehenden Muttertag kleine Herzen löten. Überall wurde gehämmert, geschraubt, programmiert und ausprobiert. Die lockere Atmosphäre sorgte dafür, dass schnell Gespräche zwischen Besuchern, Azubis und Ausbildern entstanden.

Neben den Werkstattaktionen übten vor allem die großen Erntemaschinen auf viele Jugendliche eine besondere Faszination aus. Immer wieder blieben Besucher staunend vor den imposanten Maschinen stehen, machten Erinnerungsfotos oder ließen sich technische Details erklären.

Aber Stephan Hansmersmann betonte auch, dass sich die Anforderungen an moderne Ausbildung in den vergangenen Jahren deutlich verändert haben.

„Es wird generell immer herausfordernder, junge Menschen für eine Ausbildung zu motivieren“, sagte er. Deshalb setze Claas inzwischen bewusst auf ein abwechslungsreiches Ausbildungs- und Beschulungsmodell, das klassische Theorieeinheiten mit praxisnahen Projekten kombiniere.

„Auch wir mussten dabei umdenken, denn die Aufmerksamkeitsspanne bei jungen Leuten ist längst nicht mehr so hoch wie vielleicht früher einmal.“ Besonders erfreulich sei aus seiner Sicht die Entwicklung, dass sich zunehmend junge Frauen für handwerklich-technische Berufe interessieren. Genau dieses Bild zeigte sich auch in der Ausbildungswerkstatt. Während viele Besucher an den Mitmachstationen erste praktische Erfahrungen sammelten, informierten sich zahlreiche junge Frauen gezielt über technische Ausbildungswege. So konnte sich die Fiona Genseke aus Verl durchaus eine Ausbildung zur Mechatronikerin bei Claas vorstellen, erzählt sie am Stand der Mechatroniker wo sie konzentriert ein kleines Metallherz gestaltete, das sie am Sonntag ihrer Mutter schenken wollte, berichtete sie von ihrem Interesse an Technik und handwerklicher Arbeit. Auch Silvia Schubert (18) aus Gütersloh nutzte den Newcomers’ Day zur beruflichen Orientierung. Sie strebt eine Ausbildung zur Konstruktionsmechanikerin an und zeigte sich insbesondere von den modernen Fertigungsmöglichkeiten und den praxisnahen Einblicken beeindruckt.

 

(Bild- und Textquelle: Gabriele Grund)