Beruflicher Fahrplanwechsel gewünscht? – Busfahrerbewerbertag im Harsewinkeler Emstalstadion öffnet neue berufliche Perspektiven!

Der Bus-Aktionstag in Harsewinkel ist Basis einer landesweiten Initiative. Ziel ist es, flächendeckend Aufmerksamkeit für den Bus als umweltfreundliches Verkehrsmittel und für den Beruf am Steuer zu schaffen. Mit dem erneuten Bewerbertag setzen zahlreiche Organisatoren und Unterstützer ein deutliches Zeichen für berufliche Chancen und moderne Mobilität (Foto: Gabriele Grund).

Allianz für mehr Busfahrer- Informative Offensive gegen Personalknappheit: Wer über einen besonderen beruflichen Neustart oder Wiedereinstieg nachdenkt oder sich für eine abwechslungsreiche Tätigkeit mit Verantwortung, Sicherheit und Zukunft interessiert, sollte sich Samstag, 9. Mai vormerken: Dann findet nämlich auf dem Verkehrsübungsplatz am Emstalstadion in Harsewinkel der mittlerweile 4.

kreisweite Busfahrerbewerbertag, in Verbindung mit dem landesweiten 2.„Tag des Busses NRW“ unter Schirmherrschaft von Oliver Krischer, NRW-Minister für Natur, Umweltschutz und Verkehr, statt. Die Veranstaltung richtet sich gezielt an Menschen, die sich für den Einstieg in den Busfahrerberuf interessieren, und bietet praxisnahe Einblicke in ein Arbeitsfeld, das aktuell so gefragt ist wie selten zuvor. Allen Berufssuchenden, Wiedereinsteigern, Nebenjobbern und Berufstätigen mit Lust auf neue berufliche Herausforderungen wird mit dem Aktionstag eine besondere Gelegenheit geboten, sich im direkten Kontakt von den Vorzügen des Busfahrerberufs für die Bereiche öffentlicher Nahverkehr, Schüler- und Pendlerverkehr, Bustouristik und Fernlinien zu überzeugen. Der Infotag für alle, die eine Laufbahn als Busfahrer anstreben, findet ab 11 Uhr auf dem Verkehrsübungsplatz Kartbahn, Boomberge 28 in Harsewinkel, statt.

Mit starker Unterstützung aus der regionalen Verkehrsbranche, unter anderem durch heimische Busunternehmen, Busfahrschulen, der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter des Kreis Gütersloh und der Fachstelle Fahrpersonalgewinnung des VVOWL wurde ein attraktives Gesamtpaket rund um Information, Qualifizierungsmöglichkeiten und direkte Fahrzeugerfahrung geschnürt. Im Fokus der Veranstaltung stehen neben einer gezielten Ansprache potenzieller neuer Fachkräfte für den öffentlichen und touristischen Personenverkehr auch eine Vielzahl von Informationsmöglichkeiten rund um den Busfahrerberuf. Im Mittelpunkt steht dabei das aktive Erleben des Berufsalltags. Besucher können nämlich selbst hinter dem Steuer eines Linien- oder Reisebusses Platz nehmen, erste Fahrversuche unter fachlicher Anleitung unternehmen oder sich am Simulator mit den Anforderungen vertraut machen. Experten aus Verkehrsunternehmen, Fahrschulen und Verbänden stehen zudem bereit, um Fragen rund um Zugangsvoraussetzungen, Ausbildungswege bis hin zu Arbeitszeiten, Verdienstmöglichkeiten und Entwicklungsperspektiven zu beantworten.

Die Busbranche gilt als Rückgrat der öffentlichen Mobilität. Täglich bewegen Busfahrerinnen und Busfahrer unzählige Menschen zur Arbeit, zur Schule oder in der Freizeit und leisten damit einen unverzichtbaren Beitrag  des öffentlichen Personennahverkehrs. In Nordrhein-Westfalen sind es vor allem die privaten Omnibusunternehmen, die diese Aufgabe schultern. Rund 17.000 Beschäftigte sind in diesem Bereich tätig, nahezu

40 Prozent der Fahrleistungen im öffentlichen Personennahverkehr werden von ihnen erbracht. Besonders im Schulverkehr übernehmen sie nahezu vollständig die Beförderung im Auftrag der Kommunen. Hinzu kommt der Reiseverkehr mit jährlich rund 12 Millionen Fahrgästen im In- und Ausland. Und dennoch herrscht schon jetzt ein Mangel an Fahrpersonal. So fehlen bis 2030 mehr als 7.800 Busfahrer allein in privaten Busunternehmen in Nordrhein-Westfalen. Dazu kommt dann noch das öffentliche Gewerbe, betont Heinz-Jürgen Aust vom Referat Personalgewinnung beim Verkehrsverbund (VV) OWL.

Und genau hier setzt der Bewerbertag an, denn Ziel ist es, neue Fachkräfte zu gewinnen und eventuelle Vorurteile abzubauen, denn der Beruf ist in den letzten Jahren durch moderne Fahrzeuge, geregelte Arbeitszeiten in vielen Bereichen und vielfältige Einsatzmöglichkeiten so attraktiv wie nie. Neben einem attraktiven Gehaltspaket bietet der Beruf flexible Arbeitszeitmodelle in Voll- und Teilzeit, die eine optimale Vereinbarkeit mit anderen Lebensbereichen ermöglichen. Egal ob im Linienverkehr im Nahbereich oder im Reiseverkehr über längere Strecken – Bewerber können das für sie passende Arbeitszeitmodell wählen. So finden die viele Tagestouren im Busverkehr an den Wochenenden statt, weshalb dabei Fahrer im Einsatz sind, die unter der Woche anderen Verpflichtungen nachgehen. Der Linienverkehr bietet sich dagegen für Bewerber an, die in Teilzeit arbeiten möchten. Ein besonderes Augenmerk legen die Veranstalter zudem auf die Ansprache von Frauen. Aktuell liegt der Frauenanteil im Busfahrerberuf bundesweit bei etwa 14 bis 15 Prozent. Ein Wert, den die Branche in den kommenden Jahren deutlich steigern möchte. Immer mehr Unternehmen setzen daher bewusst auf gemischte Teams und werben gezielt um Fahrerinnen.

Neben den zahlreichen Vorteilen bietet der Beruf auch ausgezeichnete Verdienstmöglichkeiten. Das Gehalt liegt, je nach Erfahrung und Qualifikation, bei durchschnittlich über 20 Euro pro Stunde. Zusätzliche Zuschläge und Benefits, wie betriebliche Altersvorsorge und Weiterbildungsmöglichkeiten bieten langfristige Perspektiven und zusätzliche Anreize. Um als Busfahrer tätig zu sein, wird ein Führerschein der Klasse D benötigt. Zusätzlich ist eine EU-Fahrerqualifikation durch die Industrie- und Handelskammer erforderlich. Das Mindestalter für den Einstieg in den Beruf beträgt 18 Jahre für junge Menschen, die eine duale Ausbildung zum Berufskraftfahrer im Personenverkehr absolvieren. Die Kosten für den Erwerb des Busführerscheins (10.000 bis 12.000 Euro) können unter bestimmten Voraussetzungen, wie einer nachgewiesenen beruflichen Notwendigkeit oder bei einer beruflichen Weiterbildung, teilweise oder vollständig von der Arbeitsagentur erstattet werden.

Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr wird der „Tag des Busses NRW“ weiter ausgebaut. Dabei kooperiert der landesweite Aktionstag mit dem etablierten lokalen Bewerbertag „Heimat bewegen“, der von Mitgliedern des Verband Nordrhein-Westfälischer Omnibusunternehmen, Fahrschulen sowie dem Verkehrsverbund Ostwestfalen-Lippe getragen wird.

Die Besucher erwartet neben klassischen Informationsständen und kurzen Gesprächsrunden, unteranderem mit dem NRW-Minister Oliver Krischer, auch ein Job-Speed-Dating, bei dem direkte Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern geknüpft werden können. Kurze Wege, persönliche Gespräche und konkrete Perspektiven stehen dabei im Vordergrund. Ein besonderes Merkmal der Veranstaltung ist das direkte Praxiserleben, denn es stehen Fahrschulbusse bereit, um Interessierten ein erstes realistisches Fahrgefühl zu vermitteln. Wer sich zunächst vorsichtig herantasten möchte, kann auch erst einen Fahrsimulator nutzen, bevor es auf den Übungsplatz geht. Gleichzeitig richtet sich der Tag bewusst auch an Familien. Für Kinder gibt es ein Programm mit Bastelaktionen, einer Hüpfburg, Kinderschminken und einer Malstation. Zudem können kleine Solarbusses gebaut werden, um spielerisch das Thema nachhaltige Mobilität zu vermitteln.

 

(Bild- und Textquelle: Gabriele Grund)