Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungsprüfung: Kreis GT stellt Standards auf den Prüfstand!

(Bild: Referat Presse – Kreis Gütersloh)

Der Kreis Gütersloh arbeitet weiter intensiv an der Konsolidierung seines Haushalts. Dazu verständigte man sich gestern (9. Juli) im Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungsprüfung (WDFR) auf eine besondere Vorgehensweise: Es wird einmalig eine Konsolidierungskommission einberufen. Sie hat die Aufgabe, bis zum nächsten Ausschuss weitere Einsparmöglichkeiten auszuloten. Zusammengesetzt wird diese Kommission aus den Mitgliedern des WDFR optional ergänzt um die Fraktionsvorsitzenden. Ziel ist, dass in zwei Terminen (4. und 11. September) ergebnisoffen beraten wird. Auf Basis des Haushaltsplans 2026 wird jedes Dezernat separat unter die Lupe genommen. Die Verwaltung übernimmt dabei die Einordnung der diskutierten Maßnahmen und die Aufgabe, damit verbundene Wirkungen aufzuzeigen. Anschließend wird das Ergebnis in den regulären Beratungsverlauf durch die Fachausschüsse getragen.

Der nächste WDFR wird vom 14. auf den 24. September verschoben, damit noch genügend Zeit zur Diskussion bleibt. Vorausgegangen war eine zweiten Planungsrunde, in der nochmals alle Kalkulationen überprüft wurden. Dabei wird deutlich: Weitere Konsolidierungseffekte lassen sich künftig vor allem dort erzielen, wo der Kreis eigene Steuerungsmöglichkeiten hat. Deshalb nimmt die Verwaltung nun auch freiwillige und steuerbare Leistungen genauer in den Blick. Für die Umsetzung entsprechender Maßnahmen werden infolge politische Beschlüsse erforderlich.

Rückblick: Nach dem Beschluss zur strategischen Haushalts-, Finanz- und Personalplanung ist der Planungsprozess für den Haushaltsentwurf 2027 angelaufen. Über den aktuellen Zwischenstand hat die Verwaltung im Juni-Ausschuss für Wirtschaft, Digitalisierung, Finanzen und Rechnungsprüfung (WDFR) bereits berichtet. Potenzial sieht man nun unter anderem bei möglichen Umstellungen in der Schülerbeförderung. Auch die Bereitstellung von Endgeräten an Schulen in Kreisträgerschaft könnte künftig gegebenenfalls nur noch mit einem Elternbeitrag erfolgen. Ziel ist es, beeinflussbare Kosten zu senken und damit den Kreishaushalt strukturell zu entlasten.

Ein weiterer Baustein ist die Reduzierung von Personalkosten. In der gesamten Kreisverwaltung wurden bereits 28 Stellen definiert, die bis 2031 abgebaut werden können. Diese Stellen sollen einen sogenannten kw-Vermerk erhalten – „künftig wegfallend“. Dadurch können sukzessive Personalkosten eingespart werden. Ab 2031 rechnet die Verwaltung mit einem strukturellen Einsparvolumen von rund 2,1 Millionen Euro jährlich für den Kreishaushalt.

Gleichzeitig setzt der Kreis auf Digitalisierung, um Arbeitsabläufe zu vereinfachen und Ressourcen effizienter einzusetzen. Die Herausforderung: Digitalisierung soll langfristig Personal entlasten, benötigt kurzfristig aber ebenfalls Personal, um vorangetrieben zu werden. Dieses Spannungsfeld betrifft derzeit viele Kreisverwaltungen. Langfristiges Ziel bleibt es, die Leistungsfähigkeit der Verwaltung zu sichern und zugleich eine „digitale Dividende“ zu erzielen – etwa durch effizientere Prozesse, wirtschaftlicheren Mitteleinsatz und eine bessere Nutzung vorhandener Personalressourcen.

Auch ein optimiertes Raumkonzept soll zur Haushaltskonsolidierung beitragen. Ziel ist es, bestehende Mietobjekte perspektivisch nicht mehr zu benötigen und dadurch Unterhaltungs- und Mietkosten zu reduzieren.

Die Verwaltung macht deutlich: Der Konsolidierungsdruck bleibt hoch. Weitere Entlastungen für den Kreishaushalt werden nur erreichbar sein, wenn beeinflussbare Ausgaben konsequent überprüft und politische Prioritäten gesetzt werden.

 

(Text- und Bildquelle: Referat Presse – Kreis Gütersloh)