4. kreisweiter Busfahrerbewerbertag im Emstalstadion in Harsewinkel bot praxisnahe Einblicke

Probefahrten, Informationsstände und mehr lockten zahlreiche Besucher ins Harsewinkeler Emstalstadion (Foto: Gabriele Grund).

Der 4. kreisweite Busfahrerbewerbertag in Verbindung mit dem landesweiten 2.„Tag des Busses NRW“ unter Schirmherrschaft von Oliver Krischer, NRW-Minister für Natur, Umweltschutz und Verkehr, auf dem Verkehrsübungsplatz am Emstalstadion in Harsewinkel bot am Samstag praxisnahe Einblicke in ein Berufsfeld mit hoher Nachfrage und stabiler Zukunft. Im Fokus der Veranstaltung stand die gezielte Ansprache potenzieller neuer Fachkräfte für den öffentlichen und touristischen Personenverkehr, denn der Branche fehlen bereits jetzt tausende Fahrer und Fahrerinnen.

Mit starker Unterstützung aus der regionalen Verkehrsbranche, unter anderem von Busfahrschulen und  Busunternehmen, wie Sieckendiek (Peckeloh), Mertens Reisen (Rietberg), Riewenherm (Bielefeld-Sennestadt und Gütersloh) Bröskamp (Harsewinkel), Wittler ( Schloß Holte-Stukenbrock) und Leeker (Borgholzhausen), sowie der Agentur für Arbeit, dem Jobcenter Kreis Gütersloh und der Fachstelle Fahrpersonalgewinnung des VVOWL wurde ein attraktives Gesamtpaket rund um Information, Qualifizierungsmöglichkeiten und direkte Fahrzeugerfahrung geboten. Zielgruppe waren Menschen in beruflicher Neuorientierung, Quereinsteiger sowie interessierte Fachkräfte, die sich praxisnah über das Tätigkeitsprofil informieren wollten. „Wir setzen auf direkte Erlebnisse, authentische Einblicke und direkte Gespräche. Das ist effektiver als jede Broschüre“, so Bettina Sieckendiek vom gleichnamigen Busunternehmen und Reisebüro im Versmolder Ortsteil Peckeloh. Und tatsächlich bestätigten die vielen interessierten Besucher den Ansatz, denn zahlreiche Interessierte aus allen Teilen Ostwestfalens nutzten das Angebot, um im Gespräch mit Ausbildern, Unternehmensvertretern und Berufspraktikern eigene Perspektiven zu prüfen oder konkret ins Bewerbungsverfahren einzusteigen. Besonders gefragt waren Probefahrten am Steuer eines Linien- oder Reisebusses.

Unter fachkundiger Anleitung wurden dabei grundlegende Anforderungen wie Fahrzeugbedienung, Sichtfeldkontrolle über Außenspiegel, Fahrdynamik und Sicherheit vermittelt. Der Beruf des Busfahrers bzw. der Busfahrerin wird oft unterschätzt, obwohl er hohe Verantwortung, soziale Kompetenz und technische Souveränität verlangt, bei gleichzeitig stabilen Beschäftigungsperspektiven. Die Branche bietet heute flexible Arbeitsmodelle (Vollzeit, Teilzeit, Nebenjob), solide Weiterbildungsstrukturen sowie eine verlässliche tarifliche Bezahlung.

Auch die Einstiegshürden sind für Quereinsteiger vergleichsweise niedrig, da Schulungen und Führerscheinausbildung (Klasse D) oftmals gefördert werden.

NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer betonte beim Busfahrertag die enorme Bedeutung der Busfahrerinnen und Busfahrer für das tägliche Leben und die Mobilität der Menschen. Gerade im ländlichen Raum seien sie unverzichtbar, um Schüler, Berufspendler und ältere Menschen sicher und zuverlässig ans Ziel zu bringen. Zugleich machte Krischer deutlich, dass die Branche vor großen Herausforderungen stehe. Der Fachkräftemangel im Fahrdienst sei spürbar und müsse mit besseren Arbeitsbedingungen, moderner Ausbildung und mehr gesellschaftlicher Wertschätzung begegnet werden. Umso wichtiger sei es, Menschen für den Beruf zu begeistern und die Arbeitsbedingungen weiter zu verbessern. Moderne Fahrzeuge, attraktive Ausbildungsangebote sowie mehr Anerkennung und Respekt gegenüber den Fahrerinnen und Fahrern seien dabei entscheidende Faktoren. Der Minister machte zudem deutlich, dass Busfahrerinnen und Busfahrer weit mehr leisten würden, als Menschen lediglich von einem Ort zum anderen zu transportieren. Sie trügen täglich große Verantwortung, müssten auch in schwierigen Verkehrssituationen Ruhe bewahren und seien oftmals zugleich Ansprechpartner für Fahrgäste. Gerade angesichts voller Straßen, dichter Fahrpläne und wachsender Anforderungen verdiene dieser Beruf ein hohes Maß an Anerkennung. Abschließend sprach Oliver Krischer allen Beschäftigten im Fahrdienst seinen ausdrücklichen Dank aus. Mit ihrem täglichen Einsatz leisteten sie einen wichtigen Beitrag für einen funktionierenden öffentlichen Nahverkehr, für den Klimaschutz und für die Mobilität der Menschen in Nordrhein-Westfalen. Zudem machte der Minister deutlich, dass die Landesregierung den Ausbau und die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs weiter vorantreiben wolle. Ziel sei ein modernes, zuverlässiges und attraktives Mobilitätsangebot in Stadt und Land. Dabei seien die Busfahrerinnen und Busfahrer ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Systems und verdienten nicht nur politische Unterstützung, sondern auch mehr Wertschätzung in der Gesellschaft.

 

(Bild- und Textquelle: Gabriele Grund)