Kreis lässt Corona-Ausbruch wissenschaftlich untersuchen

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Professor Exner präsentiert erste Ergebnisse

Der Kreis Gütersloh hat den Corona-Ausbruch bei Tönnies wissenschaftlich begleiten lassen und dazu eine Studie in Auftrag gegeben.
In enger Abstimmung mit dem Robert Koch Institut und dem Landeszentrum Gesundheit haben namhafte Wissenschaftler, allen voran der Hygieniker Professor Martin Exner aus Bonn und der und Virologe Hendrik Streeck den Ausbruch untersucht. Er verweist auf die Heinsberg-Studie, wo ebenfalls eine Umluftanlage eine erhebliche Rolle beim Infektionsgeschehen gespielt habe. „Ein Ausbruch ist immer ein großes Experiment“, stellt der Hygieniker fest, der auch zum siebenköpfigen Beraterteam von Bundeskanzlerin Angela Merkel gehört. „Wir lernen neue Dinge, die wir bisher nicht haben lernen müssen.“ Die Behörden hätten das getan, was bisher Stand der Technik und gute fachliche Praxis war. Stichwort Hygienekonzept: Die Umluftkühlung spielte hier keine Rolle. Experte Exner zieht eine Parallele zu Warstein: Bevor es zum Legionellenausbruch kam, hat nie jemand nach Legionellen im Abwasser einer Brauerei gesucht. Weiterhin erklärt er, nach dem Ausbruch kämen die Wissenschaftler mit Ursachenforschung und Vorschlägen zur Prävention, dann seien die Techniker an der Reihe und Gesetze würden gemacht, die zur Regulation dienen.

„Da wir hier ein multikausales Geschehen haben, war es uns wichtig, den Ausbruch von Experten begleiten zu lassen“, so die Leiterin der Abteilung Gesundheit, Dr. Anne Bunte. Mit Exner habe man zudem einen Fachmann gefunden, der bereits den Legionellenausbruch im Kreis Soest 2013 begleitet habe. Der Leiter des Hygieneinstituts in Bonn wurde vom Kreis bereits am 17.Juni – einen Tag nach Bekanntwerden der hohen Infektionszahlen – hinzugezogen. Am 18. Juni ging ein Ersuchen um Unterstützung durch das Robert Koch Institut (RKI) und das Landeszentrum Gesundheit (LZG) an das Gesundheitsministerium.

 

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