Kämmerer Volmering mahnt Ratsmitglieder mit Harsewinkeler Haushaltsentwurf 2026 zur Sparsamkeit – „Weiter so wie bisher darf es nicht mehr geben!“

Sebastian Elbracht aus der Harsewinkeler Finanzverwaltung (links) und Kämmerer Stefan Volmering bei der Vorstellung des Haushaltsentwurfs für 2026. Der Kämmerer will einer möglichen finanziellen Schieflage rechtzeitig gegensteuern und mahnt die Ratsmitglieder zur Sparsamkeit.

Bürgermeisterin Pamela Westmeyer und Kämmerer Stefan Volmering haben am Donnerstag, dem 8. Januar 2026, den Entwurf der Haushaltssatzung für das Jahr 2026 einschließlich des Haushaltsplans sowie der Entwürfe der Wirtschaftspläne 2026 für das Wasserwerk und den Abwasserbetrieb in den Stadtrat eingebracht. Der Stadtrat wird voraussichtlich am 25. Februar 2026 abschließend über die umfangreichen Zahlenwerke entscheiden.

Während der Hebesatz für die Gewerbesteuer noch stabil bleiben soll, sieht der Entwurf des Kämmerers für 2026 Erhöhungen der Hebesätze für die Grundsteuern A und B vor. Zusätzlich mahnt Volmering die Ratsmitglieder für die kommenden Jahre zur Sparsamkeit und fordert alle freiwilligen Leistungen und Investitionen auf den Prüfstand zu stellen. Für 2026 weist der städtische Haushalt bereits ein Defizit von rund 4,3 Millionen Euro aus und für die Folgejahre bis 2029 sind ebenfalls hohe Millionen-Defizite absehbar. „Weiter so wie bisher darf es nicht mehr geben“, fasst der Kämmerer die wirtschaftliche Lage zusammen.

Im Detail soll der Hebesatz für die Grundsteuer B soll Haushaltsentwurf von 345 auf 395 steigen. Das würde der Stadtkasse Mehrerträge von rund 413.000 Euro bringen. „Der vorgeschlagene Hebesatz liegt weiterhin deutlich unter den derzeitigen Hebesätzen anderer Kommunen in Nordrhein-Westfalen und auch im Kreis Gütersloh, erklärt Volmering in seiner Haushaltsrede. Für die Folgejahre sind die folgenden Steigerungen vorgesehen: 2027 auf 535 Prozent, 2028 auf 585 Prozent und 2029 auf 635 Prozent. Auch die Grundsteuer A für landwirtschaftliche Flächen soll 2026 steigen. Der Hebesatz soll laut Entwurf von 259 um 131 Prozentpunkte auf 390 Prozent angehoben werden. Dieses Niveau soll dann bis 2029 gehalten werden. Damit könnten jährlich Mehreinnahmen von rund 46.000 Euro erzielt werden. Im ersten Halbjahr 2025 lag der normierte Hebesatz A in NRW bei 345 Prozent. Der vorgeschlagene Hebesatz für Harsewinkel läge damit auch weiterhin deutlich darüber und wird voraussichtlich kreisweit Spitzenwert sein. Rund 66 Prozent der Grundsteuer A fließen in die Finanzierung der Gewässerunterhaltung der beiden Wasser- und Bodenverbände. Die Gewerbesteuer soll laut Entwurf 2026 noch nicht erhöht werden. Mit 370 Prozent dürfte diese somit weiterhin zu den günstigsten in ganz NRW zählen. 2027 ist dann allerdings eine Erhöhung auf 400 Prozent und 2029 auf 421 Prozent vorgesehen. Die damit verbundenen Planwerte (2026 ca. 27 Mio.) setzt der Kämmerer realistisch vorsichtig an. 2025 lag man mit dem angesetzten Planwert nur rund 1.000 Euro neben dem realisierten Ergebnis.

Rund 40 Mio. Euro sind im Haushaltsplan 2026 für Investitionen vorgesehen. Der Großteil entfällt dabei auf den Neubau der Kardinal-von-Galen-Grundschule an der Thomas-Mann-Straße und auf die Erweiterung der Marienschule. Mit geschätzten Erträgen in Höhe von 73,03 Mio. Euro und angesetzten Ausgaben in Höhe von 77,35 Mio. Euro plant der Kämmerer 2026 mit einem Haushaltsdefizit von -4,3 Mio. Euro. Auch für die Jahre 2027 (-5 Mio.), 2028 (- 5,5 Mio.) und 2029 (-5,3 Mio.) sind laut Entwurf millionenschwere Defizite eingeplant. Bis 2029 werden somit insgesamt Defizite in Höhe von mehr als 20 Mio. erwartet.

Entwurf Haushaltsplan 2026 >>>

Haushaltsrede 2026 von Kämmerer Stefan Volmering >>>

„Alle – und insbesondere freiwillige – Leistungen und ebenso alle freiwilligen Investitionen, die über Abschreibungen und Darlehenszinsen die Ergebnisse der Folgejahre belasten, müssen auf den Prüfstand“, mahnt der Kämmerer in seiner Haushaltsrede. „Es ist Aufgabe von Rat und Verwaltung den öffentlichen Haushalt sprichwörtlich zusammenzuhalten“, und. „Was im privaten Haushalt gelingen muss, muss hier auch klappen“, fordert Volmering.