Touran Esmaily-Amsbeck ist neuer Leiter der Fachgruppe Soziales und Wohnen im Rathaus Harsewinkel

Touran Esmaily-Amsbeck in seinem Büro im Rathaus Harsewinkel.

Seit dem 2. Januar ist Touran Esmaily-Amsbeck als neuer Leiter der Fachgruppe Soziales und Wohnen im Rathaus Harsewinkel für alle Bürgerinnen und Bürger im Einsatz. „Wir kümmern uns um die, die ganz unten sind“, erklärt der Fachgruppenleiter prägnant das Aufgabengebiet der neu organisierten Abteilung, die er als Kompetenzzentrum für soziale Angelegenheiten bezeichnet.

Zu den Aufgaben gehören u. a. um die Unterbringung von Flüchtlingen, Grundsicherungsfragen, Wohngeld und Wohnraum für in Not geratene. „Wir kümmern uns darum, dass niemand durchs Raster fällt“, berichtet der 34-jährige Vater eines acht Wochen alten Sohnes. Da seine Frau aus Greffen kommt und somit familiäre Verbindungen vorhanden sind, hat er bereits einen starken Bezug zu Harsewinkel. Mittelfristig möchte er mit seiner Familie auch wieder vor Ort wohnhaft sein. Derzeit pendelt Touran Esmaily-Amsbeck, der für die Anstellung in unserem Rathaus Jobangebote bei den Bezirksregierungen Arnsberg und Münster für leitende Positionen im Bereich Flüchtlingsrecht ausgeschlagen hat, täglich von Ennigerloh nach Harsewinkel. „Sobald wir etwas Passendes finden, ziehen wir nach Harsewinkel“.

Touran Esmaily-Amsbeck war noch nicht einmal ein Jahr alt, als er mit seiner Familie vor der sowjetischen Invasion Afghanistans flüchten musste. Aufgewachsen und zur Schule gegangen ist er in Bochum und auch sein Jurastudium absolvierte er in der Stadt an der Ruhr. Am Verwaltungsgericht Gelsenkirchen hatte er während seines Referendariats Gelegenheit, eingängige Erfahrungen in den Bereichen Abschiebungs- und Flüchtlingsrecht zu sammeln. Nach Abschluss seines Studiums und einer darauffolgenden vierjährigen Anstellung bei der Bundesagentur für Arbeit führte sein Weg zur Außenstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge in Bielefeld. Da ihm die Schicksale und Geschichten der zu betreuenden Menschen alles andere als fremd waren, sollte diese Station nicht seine endgültige sein. „Dieser Job ist an die Substanz gegangen. Stundenlange Anhörungen. Die Gefahr ist da, dass man abstumpft. Man arbeitet wie ein Uhrwerk und verliert dabei die menschlichen Schicksale aus den Augen“

Im Rathaus in Harsewinkel kann er nah an den Menschen sein, durch die Identifizierung und Vermittlung von Wohnraum für diese etwas Handfestes gestalten und neben seinem akademischen Wissen auch seine menschlichen Fähigkeiten in die Arbeit für unsere Stadt einbringen. Ziel ist es immer darauf hinzuwirken, dass die Menschen wieder auf eigenen Beinen durchs Leben gehen, sich in die Gesellschaft einbringen und den zur Verfügung gestellten Wohnraum wieder für andere freimachen können.

Wohnraumschaffung und Wohnraumbeschaffung ist also aktuell das große Thema für den Fachgruppenleiter. Miet- und Kauf-Angebote aus der Bevölkerung nimmt man in seiner Abteilung sehr gerne entgegen. Zwar liegt der Fokus dabei stärker auf potenziellen Mietobjekten, aber grundsätzlich ist man auch an der Übernahme ganzer Immobilien zum Verkehrswert interessiert. Besichtigungstermine nimmt der Fachgruppenleiter nach Möglichkeit gemeinsam mit Stadtplaner und Fachbereichsleiter Bauen, Reinhard Pawel sowie Bürgermeisterin Sabine Amsbeck-Dopheide wahr. So kann das Rathaus sein geballtes Fachwissen einbringen und gute Entscheidungsgrundlagen schaffen. Je nach Zustand der Objekte zahlt die Stadt zwischen sechs und acht Euro pro Quadratmeter. In Ausnahmefällen auch mehr. Wir orientieren uns dabei an den Vorgaben des Jobcenters“, unterstreicht Esmaily-Amsbeck bei der Erklärung der Vorgehensweise.

„Aktuell ist eine Unterbringung von 108 Personen in städtischen Einrichtungen oder angemieteten Wohnungen möglich, wobei es sich um die Maximalauslastung handelt. Um sozialverträgliche Zustände herzustellen, ist von einer grundsätzlich geringeren Zahl auszugehen. Weitere 40 Personen sollen in zwei von der Stadt angemieteten Objekten in Harsewinkel und Greffen untergebracht werden können. Ein weiteres Projekt ermöglicht die Unterbringung von weiteren 30 Personen. Diesbezüglich befindet sich die Stadt noch in Vertragsverhandlungen. Die Stadt Harsewinkel muss noch 36 Schutzsuchende aufnehmen und liegt bei einer derzeitigen Erfüllungsquote von knapp über 90 %. Es ist mit Zuweisungen im einstelligen Bereich zu rechnen, sodass vorerst keine Belegung des Wilhalm oder der Umkleidekabinen von Sporteinrichtungen zu befürchten ist. Vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse in der Türkei und Nordsyriens ist jedoch im Laufe des ersten Quartals mit einem vermehrten Zustrom an Geflüchteten zu rechnen, sodass die Stadtverwaltung weiterhin die Situation im Blick behält und im Vorfeld die geeigneten Maßnahmen trifft“, berichtet Touran Esmaily-Amsbeck.

Bürgerinnen und Bürger, die Fragen zum Thema Wohnraumbereitstellung haben oder ein Angebot machen können, sind bei Touran Esmaily-Amsbeck und seiner Abteilung im Harsewinkler Rathaus absolut an der richtigen Adresse.